Die Hand im Spiel

Heute ist meine Taufpatin beerdigt worden. Sie war 84 und eigentlich gesundheitlich gut beieinander.

Wie es halt so ist, fielen die Begegnungen mit der Zeit selten aus, aber es gab ein fixes Ritual: Jedes Jahr am 23. Dezember besuchte ich sie, um ihr die Weihnachtsgeschenke zu überbringen. Und jedes Jahr fand sich trotz der großen Hektik zumindest eine Stunde, in der wir in aller Ruhe über Gott und die Welt plauderten.

Dieses Mal nahm ich zum ersten Mal Elisabeth mit – ich war mir sicher, dass die Beiden sofort begeistert voneinander sein würden. Und so war es auch.

Am meisten freute sie sich, dass es nun wieder eine "Elisabeth Unterberger" geben würde – sie selber hatte bis zu ihrer Hochzeit so geheißen.

Als sie zwei Monate später vollkommen unerwartet starb, wurde mir schlagartig bewusst, was für ein Segen es war, dass die beiden einander noch kennenlernen durften. Andere mögen es "Glück" nennen, ich bin überzeugt: Hier hatte der liebe Gott seine Hand im Spiel.

Euer Florian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.