Mutti Mutig in Berlin

Vier Tage mit allem, was dazugehört – oder eigentlich sogar noch mehr. Unser Kurzurlaub in Berlin hatte es wirklich in sich.

Wie stark Mutti sein würde müssen, konnten wir nicht ahnen, als wir bei ihrem Geburtstagsfest sangen:

Sei jetzt stark, stark, stark wie ein Tiger:
Denn du fliegst, fliegst, fliegst mit ‘nem Flieger –
mit uns z’samm, z’samm, z’samm geht’s nach Berlin ja schon bald. Oh-oh-oh!

Die ganze Gästeschar hatte zusammengelegt, um Muttis ersten Flug und einen Städtetrip mit ihrer ganzen Familie zu ermöglichen. Und ihr erster Flug hatte es wirklich in sich – worauf Vielflieger oft jahrelang warten, durfte sie bereits bei der Premiere erleben: Adrenalin pur in der Wolkenwaschmaschine ;-). Aber sie hielt sich tapfer, das Selfie nach der Landung ist nicht viel blasser als das vorm Start.

Mutig zeigte sich Mutti auch bei der Essensaufnahme. So viel Fast-Food aller Art hat sie wohl in ihrem ganzen Leben noch nicht zu sich genommen. Höhepunkt war aber natürlich die original Berliner Curry-Wurst beim Bahnhof Zoo.

Auch kulturell absolvierten wir in den vier Tagen alles, was zu Berlin gehört. Wir sahen die Reichstagskuppel, das Brandenburger Tor und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Wir spazierten durch das Holocaust-Mahnmal, erlebten die Story of Berlin und besuchten das Mauer-Museum beim Checkpoint-Charlie. Wir staunten im KaDeWe (nicht nur über die Wassermassen, die sich auf die Gucci-Taschen ergossen) und erstanden Ampelmännchen in allen Varianten. Wir machten eine Spreerundfahrt und spazierten die Friedrichstraße entlang.

Einen anderen Spaziergang hätten wir uns dafür ersparen sollen. Am Freitagabend erlebten wir eine fulminante Performance der  BlueMan-Group. Anschließend spazierten wir dem Landwehrkanal entlang nach Hause – und da war es auch schon geschehen. Ein Pflasterstein wurde Mutti zum Verhängnis. Am Abend meinte sie noch, der kleine Finger hätte nichts. Am nächsten Morgen war sie dann doch bereit zu einem spontanen Besuch in einer der größten Kliniken Europas, der Berliner Charité.

So spontan, dass sie sich gleich dort operieren lassen würde, war sie dann aber doch nicht (das wurde gestern im AKH nachgeholt). Deshalb durften Johanna und ich unsere McGyver-Qualitäten beweisen, um mit einem WC-Stein den verpfuschten Stützverband zu sanieren.

Doch der Zwischen-Fall tat der Stimmung keinen Abbruch. Aufgrund des verlorenen Vormittags mussten wir zwar unser Programm etwas umarrangieren – aber umgekehrt bekamen wir vollkommen unerwartet einen Bonusabend geschenkt. Als wir aus unserem AirBNB-Quartier ausgecheckt und in Tegel eingecheckt hatten, erfuhren wir, dass unser Flug storniert wurde. Und so kamen wir noch zu einem entspannten Abend samt Spaziergang zur Siegessäule und Übernachtung im Hotel.

Und sofern AirBerlin nicht vorher pleite geht, erhalten wir auch eine großzügige Zuzahlung zum nächsten Städtetrip, den wir alle gar nicht erwarten können.

Unten findet Ihr das Best-of mit 64 Bildern. Wer die Langfassung mit 217 sehen will, bitte hier entlang.

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