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Ein Skikurs als Psycholabor

Manuels 13. Tag auf Skiern war sein erster in einem Skikurs. Interessant, was sich aus vier Tagen Skikurs alles ableiten lässt:

1) Obwohl am Anfang natürlich das reflexartige „Nein“ stand, hat es nicht viel Überredungskunst bedurft, um Manuel die Vorzüge eines Skikurses schmackaft zu machen. Hoffentlich behält er diesen Mut, sich auf Neues einzulassen.

2) Auch das anfängliche Zugeständnis, in seiner Nähe zu bleiben, war (wie erwartet) nach einer Stunde hinfällig.

3) Auch der Umstand, dass er Elisabeth oder mir beim Skifahren in diesem kleinen Skigebiet gelegentlich begegnet ist, war vollkommen unproblematisch.

4) Obwohl er sich in der Früh oder in der Mittagspause mitunter schwer von seinen Spielsachen trennen konnte, war es kein größeres Problem, ihn wieder hinzubringen.

5) Wenn ein traumtänzerischer Skischüler auf einen traumtänzerischen Skilehrer trifft, droht Unheil: Einmal hat dieser Manuel für eine geschätzte halbe Stunde komplett verloren, zwei weitere Male hat jemand von uns Manuel aufgelesen und nachgebracht.

6) Manuel hat den Verlust seiner Skigruppe überaus tapfer genommen und zwei junge Mütter, die in dieser Zeit auf ihn aufgepasst haben, nett unterhalten. Erst, als ich ihn gefunden habe, ist er in Tränen ausgebrochen.

7) Manuel war der Jüngste und (vor allem beim Anfahren) der Langsamste in seiner Gruppe. Der didaktisch hochqualifizierte Skilehrer hat ihn daraufhin zum Schlussmann der Gruppe bestimmt :-//. Obwohl Manuel bis zu 150 Meter hinter seine Gruppe zurückgefallen ist, hat er das locker genommen und einen pragmatischen Umgang damit gefunden: Er hat einfach bewusst eine andere Spur gewählt und ist der Gruppe im Pflugschuss hinterhergeeilt.

8) Obwohl der Skilehrer alles daran gesetzt hat, kein Vertrauensverhältnis entstehen zu lassen, hat ihn Manuel ins Herz geschlossen. (Während Elisabeth Herrn Johann vermutlich am Liebsten getötet hätte *g*.)

9) Gruppendynamik/-druck/-zwang bewirkt wesentlich mehr als alle Überredungskunst: Während Manuel technisch in dieser Woche wohl gar nichts gelernt hat (anders sieht das nur das ihm verliehene IV-er Abzeichen), fährt er jetzt wesentlich steilere Hänge als vorher und hat gelernt, dass man sich bei mangelndem Gefälle nicht nur mithilfe eines anschiebenden Vaters fortbewegen kann.

10) Obwohl in der Gruppe auch manche Grätzn dabeigewesen sein dürfte, die sich den Jüngsten als Opfer ausgesucht haben (nein, der Skilehrer hat das nicht mitbekommen), hat sich Manuel nicht unterkriegen lassen.

11) Manuel hat sich zwar auf das abschließende Skikursrennen gefreut, war aber wesentlich weniger nervös als die restliche ihn umgebende Familie ;-).

12) Dass er (nur wegen des gemeinen Tiefschnees kurz vor der Ziellinie!!) nicht auf das Podest kraxeln durfte (siehe Video) und keine „Schnur mit einer Scheibe“ umgehängt bekommen hat, hat ihn auch nicht sonderlich erschüttert.

In Summe machen uns diese Beobachtungen eigentlich sehr stolz und zuversichtlich für Manuels weiteren Weg im Leben …

Florian

Manuel singt vom Kuscheltigereisbären

Gestern hatte unsere frisch renovierte Wohnung ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen – und diese hatte es in sich. Nach Sebastians Firmung lud Elisabeth, seine Firmpatin, die 40 Gäste zu uns auf Kaffee und Kuchen (und dann noch ein paar andere Kleinigkeiten) ein.

Beim Fest entstand auch das obenstehende Video: Manuel führt das Lied vor, das er in seiner Kindermusikstunde gelernt hat.

Jakobs Bilder vom Fest sind ebenfalls schon online.

mlg
Florian